Oh mein Gott, wir habens geschafft – Annapurna Base Camp, 4130 Meter!!! : ) Also, dass der Michi es schafft, war ja klar; aber dass ich es schaffe, nicht. Und alles ohne Traeger! Die ersten drei Tage, hab ich alle meine Sachen selbst getragen, aber dann hat der Michi einen Teil von meinem Zeug bei sich verstaut, weils einfach zu hart wurde. Jetzt bin ich nach neun Tagen Trekking wieder zurueck in Pohkara. Der Michi ist noch ein bisschen weiter gegangen, aber meine Kraefte waren langsam echt am Ende. Ich bin dann am achten Tag wieder abgestiegen. Alleine bin ich aber trotzdem nicht; im Basecamp hab ich eine Muenchnerin kennen gelernt, die ich zufaellig dann auf meinem Rueckweg getroffen hab. Und jetzt sind wir zusammen in Pokhara. In neun Tagen Trekking passiert so viel, das kann man gar nicht alles aufschreiben. Aber ich versuch mal eine Zusammenfassung zu bieten : )
Freitag: Wir haben bei gefuehlten 30 Grad die mega schweren Rucksaecke fast 1000 Hoehenmeter ins erste Bergdorf hochgeschleppt und wurden am Abend vom Fernseher im Essensraum mit einem indischen Twilight-Abklatsch berieselt.
Samstag: Wir haben vor dem schoensten Berg-Panorama bei Sonnenaufgang gefruehstueckt und sind dann ewig bergab gegangen, um danach alles wieder steil bergauf zu gehen, juhu : )
Sonntag: Wir haben das schmale Tal zum Basecamp betreten und haben uns wie Indiana Jones durch den Urwald geschlagen (ganz so schlimm wars nicht, aber Urwald wars wirklich).
Montag: Wir sind 1000 Hoehenmeter bis zur Schneegrenze gewandert und wurden am Abend gleich mal zugeschneit oder besser zugehagelt – zusammen mit 30 Japanern, die uns im Essensraum zur Verzweiflung getrieben haben.
Dienstag: Wir haben die letzte Etappe bergauf angetreten und haben es von 3200 Metern bis auf 4130 Meter hoch geschafft; das letzte Stueck komplett im Nebel. In der Nacht hab ich den schoensten Sternenhimmel meines Lebens gesehen: eine Milliarde Sterne, die Milchstrasse und die angestrahlten 8000er um mich herum – plus Sternschnuppe!
Mittwoch: 1500 Hoehenmeter bergab; dann war das Dorf voll, in dem wir uebernachten wollten und wir mussten im Pferdestall schlafen (also fast: Wellblechwaende waren dazwischen, aber der Geruch war der selbe).
Donnerstag: Nepalisches bergab: 20 Meter runter – 10 Meter hoch, 20 Meter runter … ; am Abend wurden wir von einer Killer-Fledermaus in unserem Zimmer attackiert.
Freitag: Der Michi ging wieder bergauf – ich bergab; am Nachmittag hab ich die Muenchnerin wieder getroffen und am Abend haben wir mit ihrem nepalesischen Traeger Karten gespielt.
Samstag: Zusammen sind wir ins Tal runtergegangen und der Treager hat es sich nicht nehmen lassen, meinen Rucksack mitzutragen – so ein Genuss war das Wandern noch nie : ) Danach folgte eine Busfahrt, die den meisten Achterbahnen auf der Wiesn Konkurrenz machen wuerde: mit Vollspeed am Abgrund entlang nach Pohkara runter.
Am Dienstag kommt der Michi wahrscheinlich wieder, am Freitag fahr ich dann nach Kathmandu. Davor findet aber noch das nepalesische Neujahrsfest statt. Ausserdem steigt gerade in Pokhara ein riesiges Techno-Festival, zu dem echt viele Leute gekommen sind. Ruhig wirds hier also bestimmt nicht.